Deutsche Gesellschaft für Volkstanz e.V.

Von Zeit zu Zeit machen sich immer wieder Tanzinteressierte Gedanken darüber, ob man den Begriff „Volkstanz“ noch verwenden sollte. Auch in der DGV gab es schon diese Überlegungen.

Aber warum eigentlich nicht?

  • folk dance (in England)
  • folkedans (in Skandinavien) oder
  • folklore dance

das alles heißt nichts anderes als Volkstanz.
Warum sollen wir in Deutschland ein anderes Wort dafür erfinden?

Die Definition von Volkstanz ist sicher nicht so eindeutig. Zu keiner Zeit hat das ganze „Volk“ das gleiche getanzt, immer nur einzelne Gruppierungen. Geprägt wurde der Begriff „Volkstanz“ in Deutschland übrigens erst am Anfang des 20. Jahrhunderts. Vorher sprach man nur vom Tanz (höfischem Tanz, bäuerlichem Tanz und andere).
Versuche, den Begriff „Volkstanz“ heute zu umschreiben landen dann bei „Heimattanz“, „Regionaltanz“, „Alte Tänze aus der Region“ ….usw. Damit kann man noch etwas deutlicher machen, was gemeint ist.

„Deutscher Tanz“ trifft es nicht ganz

Ein Vorschlag war auch, das Ganze „Deutscher Tanz“ zu nennen, sicher in Anlehnung an englische Tänze oder schwedische Tänze. Kann man empfehlen, wenn unsere Gruppen im Ausland auftreten, sollten sie deutsche Tänze tanzen. Ansonsten trifft es das nicht ganz.
Ich habe in meinen Tanzgruppen eine kleine Umfrage gemacht. Was ist für euch Volkstanz, was ist deutscher Tanz?
Einstimmig war zu hören:

  • Volkstanz ist nicht nur deutscher Tanz!
  • Wir tanzen so viele Tänze aus anderen Ländern, das sind doch auch Volkstänze.
  • Beim Volkstanz können eigentlich alle gleich mitmachen – wenn sie wollen. Aber ein bisschen Übung und ein guter „Ansager“ sind hilfreich.
  • Volkstanz soll hauptsächlich Spaß machen
  • Natürlich gehören „Deutsche Tänze“ auch zum Volkstanz. Schließlich leben wir in Deutschland

Soweit das Ergebnis dieser nicht repräsentativen Umfrage.

Es gibt noch eine Volkstanzbewegung

Noch ein paar Worte zur Volkstanzbewegung. Als wir die Bewerbung für die Liste des immateriellen Kulturerbes bei der UNESCO eingereicht haben unter „Volkstanzbewegung“, kamen auch Einwände wie, „Die Volkstanzbewegung gibt es doch gar nicht mehr“.

Ich denke, das stimmt nicht. Die Volkstanzbewegung entstand auch Anfang des 20. Jahrhunderts und diese Bewegung gibt es nicht mehr. Auch die der 20er Jahre, die aus dem Dritten Reich und die der 50er Jahre gibt es nicht mehr.

„Solange es noch Menschen gibt, die diese Art zu tanzen pflegen, gibt es die Volkstanzbewegung.“

Sie hat sich, wie der Name schon sagt, ständig bewegt, sich verändert, aber es gibt sie noch.
Wenn Tanzfeste, Tanznachmittage, Gruppentreffen und Begegnungen mit in- und ausländischen Gruppen stattfinden, um gemeinsam zu tanzen, dann ist das die heutige Volkstanzbewegung.

In den 50er Jahren hat manch einer behauptet, Volkstanz sei eine Weltanschauung. Das wird man heute nicht mehr sagen, er ist eher eine schöne Freizeitgestaltung.
Nie können wir erwarten, dass das ganze Volk mitmacht. Es geht ja auch nicht das ganze Volk zum „Volkssport“ Fußball. Jeder, wie es ihm gefällt, und uns gefällt nun mal der Volkstanz.

Solange es noch Menschen gibt, die diese Art zu tanzen pflegen, gibt es die Volkstanzbewegung.
Wer in Helsingborg zur Europeade gesehen hat, wie viele junge Leute (auch und gerade deutsche) dort Volkstanz getanzt haben, der braucht sich keine Sorgen zu machen, dass die Volkstanzbewegung ausstirbt. Aber schön, dass ältere Leute auch noch mittanzen können.

Auch das ist ein Merkmal des Volkstanzes und der Volkstanzbewegung. Es gibt keine Altersbegrenzung. Niemand ist zu jung oder zu alt, um mitzumachen. Und wer dann Spaß daran hat, kann seine Bewegungen verbessern und perfektionieren. Aber dann gleitet es langsam aus dem ursprünglichen Volkstanzverständnis heraus. Dann ist man geneigt, das Tanzen vorzuführen, den anderen zu zeigen, was man kann und andere, die das nicht können, auszuschließen. Davor muss man sich hüten.
Ich kenne allerdings genügend Gruppen, die bei Auftritten niemanden ausschließen, sondern diesen anderen helfen.

Doch der Grundsatz von „Volkstanz“ ist und bleibt:
Ausführen – nicht Aufführen!

So lasst uns fröhlich weitertanzen, auf dass die Volkstanzbewegung noch lange erhalten bleibt.


 Zu diesem Thema haben wir einen lesenswerten Beitrag in unserer Rubrik Volkstanzwissen: „Volkstanz ist Veränderung!“ Der Begriff des Volkstanzes ist erst Anfang des vorigen Jahrhunderts entstanden. Sollen wir ihn schon wieder aufgeben, weil er heute in der Betrachtung von außen mit Vorurteilen belegt ist? Dieser Frage geht die Autorin nach.

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