Deutsche Gesellschaft für Volkstanz e.V.

Prof. Dr. Marianne Bröcker wurde am 1. November 1936 in Greifswald geboren und starb am 4. August 2013

Prof. Dr. Marianne Bröcker wurde 1936 in Greifswald geboren und starb nach einem bewegten Leben mit der Instrumenten- und Tanzforschung am 4. August 2013.

Marianne Bröcker wuchs in verschiedenen Städten Deutschlands auf. Geboren wurde sie am 1. November 1936 in Greifswald. Die Schule besuchte sie in Velpke, Braunschweig und Siegburg und machte auch im letztgenannten Mädchengymnasium das Abitur.

Von 1956 bis 1959 absolvierte sie ein Studium zur Diplomsportlehrerin und Lehrerin für Mathematik an der Universität Köln. Danach arbeitete sie von 1960 bis 1965 am Mädchengymnasium in Bonn und studierte anschließend von 1965 bis 1970 an der Universität Bonn Musikwissenschaft und Geschichte.

1970 promovierte sie zum Dr. phil. in der Musikwissenschaft über „Die Drehleier, ihr Bau und ihre Geschichte“. Diese Dissertation wird bis heute als Standardwerk der Musikinstrumentenforschung bezeichnet. Das Werk erschien 1977 in zwei Bänden.

Erforschung musikalischer Volkskulturen

1971 bis 1973 war sie an der Universität Bonn als wissenschaftliche Assistentin am „Musikwissenschaftlichen Seminar“ tätig. Später wechselte sie an das „Institut für Musikalische Volkskunde“.

Sie konnte Lehrstuhlvertretungen als Professor für Volksmusik annehmen, zum Beispiel an der Universität Bamberg von 1985 bis 1986.
Seit 1996 war sie Vorsitzende der Kommission für Lied-, Musik- und Tanzforschung in der Deutschen Gesellschaft für Volkskunde. Diese Kommission wurde inzwischen umbenannt in „Erforschung musikalischer Volkskulturen“.

Sie arbeitete auch im Vorstand der ICTM (International Council for Traditional Music). Noch im Frühjahr 2013 wurde sie zum Ehrenmitglied dieser Institution ernannt.
Sie forschte und publizierte in ihren Schwerpunktbereichen: Musik, Volkskunde, Musikinstrumente, historische Tanzformen, Musikethnologie, Volkstanzformen der Gegenwart.

Inhaltlich konzentrierte sie sich auf die Ergebnisse ihrer Instrumenten- und Tanzforschung.
1985 gründete sie ein Ensemble für „Offenes Tanzen“ mit, begleitet vom Folklore-Ensemble des Musik-Seminars unter Leitung von Henner Diederich.
Die Verbindung zur Volkstanz-Leitungs-Vermittlung hat Marianne Bröcker jahrzehntelang betreut.

Mit Fleiß und Selbstdisziplin

Im Schulwerk „Erlebniswelt Musik“ hat sie das Kapitel „Tänze der Völker“ bearbeitet.

Hier einige Textbeispiele zur Tanzforschung:

  • Anmerkungen zur Geschichte der Française. Volksmusik in Bayern, 6. Jahrgang, Heft 1, München 1989,
  • Tanz als Faktor der Integration und Identifikation, als Brauch und Ritual in Unterfranken. 4. Arbeitstagung der Kommission 1994 in Hildesheim,
  • Volkstanz-Traditionen in Transsylvanien. Zur Übernahme fremder Elemente in ein traditionelles Tanzrepertoire. 15. Arbeitstagung der Kommission, 1996 in Seeon,
  • Reigen- oder Kettentänze. TFF 2004, Rudolstadt.

Marianne Bröckers Arbeitsleistung lässt sich nur mit ihrem natürlichen Fleiß und ihrer Selbstdisziplin darstellen. Sie war an der MGG („Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Allgemeine Enzyklopädie der Musik“) Sachteil 9, das heißt für Volkstanz und die jüngere Tanzgeschichte entscheidend beteiligt. Hier sind auf den entsprechenden Seiten die Ergebnisse bis in die neunziger Jahre dargestellt.

Wie schon vorher zu lesen war, hatte sich Marianne Bröcker auch die Verbandsarbeit auf ihre Fahnen geschrieben. Sie gehörte zum Präsidium des Prolfolk, dem Verband für Lied, Folk und Weltmusik in Deutschland.

Wir danken ihr für ihre kollegiale, kompetente Art. Sie hat sich um die Folklore- und Tanzforschung verdient gemacht. Dazu haben auch die unzähligen Texte und Publikationen beigetragen. Sie wird uns in bester Erinnerung bleiben.


Quellen

  • Mitteilungen des Instituts. Köln 85, 2013, ad marginem
  • 40 Jahre Institut für Musikalische Volkskunde 1964 bis 2004. Universität Köln, 2004
  • Heidi Christ: Musik verbindet uns. Festschrift für Marianne Bröcker, Uffenheim, 2006, Forschungsstelle für fränkische Volksmusik.

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