Deutsche Gesellschaft für Volkstanz e.V.

Jeder Mensch ist einzigartig. Das gilt natürlich auch für alle Tiere. Halten Sie es fest für immer. Hier: Ich-Denkmal in Frankfurt am Main. Ein zweites steht in Kassel, ein drittes in Bielefeld

In einer kleinen Serie, die mit dieser Ausgabe startet, wird Mario Hecker die verschiedenen Dimensionen des Volkstanzes etwas tiefgründiger beleuchten. Heute geht es um das „Ich“.

Selbst der einfachste Volkstanz ist in sich schon höchst komplex. So nahm ich es als Tanzanfänger wahr, und so erachte ich den Tanz als geübter Tänzer als herausforderndes Multitasking in seiner Multidimensionalität.

Wir zerlegen oft den Tanz in Einzelteile, in Abschnitte, wenn wir ihn anderen beibringen. Und fügen am Ende all die Teile wieder beisammen. Sei es, dass wir Teile eines Tanzes in der zeitlichen Reihenfolge einüben oder vom Schwierigen zum Einfacheren oder umgekehrt gehen. Genauso möchte ich in dieser neuen Artikelserie vorgehen, aber nicht die einzelnen Teile, sondern die unterschiedlichen Dimensionen des Volkstanzes näher betrachten. Vielleicht kann es uns von Nutzen sein, die Ursache des Gelingens oder Nichtgelingens eines Tanzes zu erkunden. Es darf uns helfen das Ausmaß, die Weite unseres Tanzes zu erahnen und uns neue Perspektiven schenken.

„Der Volkstanz, unendliche Weiten. Wir schreiben das Jahr 2020. Dies sind die Abenteuer des Raumschiffs Volkstanz, das mit seinen Tänzerinnen und Tänzern unterwegs ist, um neue Welten zu erforschen, neues Leben und neue Stärken. In bewusster Verbundenheit mit der Erde, dringt der Volkstanz in Galaxien vor, die schon Generation von Menschen zuvor gesehen und berührt haben.“ (Es muss nicht immer der Star Trek der Enterprise sein!)

Tanz (Teil 1): ICH – meine persönliche Richtung

Cogito, ergo sum (aus dem lateinischen: „ich denke, also bin ich“ von René Descartes). „Hier stehe ich und kann nicht anders. Amen“ (Luthers Worte vor dem Reichstag zu Worms). „Ich bin nämlich eigentlich ganz anders, aber ich komme nur so selten dazu.“ (Ödön von Horváth, Zur schönen Aussicht).

Es ist meine Bewegung, mein Eindruck und Ausdruck, mein Empfinden, meine Freude und Begeisterung. Ich gehe aus mir heraus und bin außer mir. Ich komme ins Schwitzen und außer Puste. Es macht mir eine Gänsehaut. Ich finde meine persönliche Richtung und stehe zugleich im Widerspruch zu mir selbst. Und gehe über mich hinaus. Das in mir ruhende und bewegte Ich, das Distanzlose, vor dem ich nicht weglaufen kann und das mit mir auskommen muss, in ihm finde ich verborgen oder offenkundig meine Kraft und Schwäche, meine Möglichkeiten und Grenzen.
Und dann tanze ich - oft über mich hinaus und entdecke mich neu. Ich tanze mich. Ich tanze ganz und tanze mit allen Sinnen und manchmal von allen Sinnen. Und ich tanze.

Jeder Mensch ist einzigartig. Das gilt natürlich auch für alle Tiere. Halten Sie es fest für immer. Hier: Ich-Denkmal in Frankfurt am Main. Ein zweites steht in Kassel, ein drittes in Bielefeld„Der Schritt verrät, ob einer schon auf seiner Bahn schreitet [...]. Wer aber seinem Ziele nahekommt, der tanzt“. (Friedrich Nietzsche, Also sprach Zarathustra).
„Hoppla jetzt komm‘ ich. Alle Fenster auf, alle Türen auf und die Straße frei für mich …“. Ohne mich, geht nix! Ich bin das Zentrum. Das Leben und die Welt drehen sich um mich. Ich bin der Mittelpunkt des Universums. Ich drehe mich um mich selbst und die Erde dreht sich um mich. Ich bin der Maßstab aller Dinge. Ich bin mir selbst der beste Freund. Ich genüge mir. Ich bin’s wirklich. Denn ich bin es mir wert. Ja, das gönne ich mir. In meiner Selbstverliebtheit genüge ich mir selber. Denn meinereiner wird gebraucht. Ich habe Selbstbewusstsein und Selbstsicherheit. Ich führe zum Tanz.

Meine authentischen Ich-Botschaften sind Selbstoffenbarungen und Selbstkundgabe. Und dann komme ich zu mir selbst. In diesem verankerten, verwurzelten und standhaften Ich, ruhe ich in mir selber – wie ein Buddha. Ich bin mit mir selber identisch und authentisch. Und aus dieser Nabelschau und Selbstwahrnehmung heraus sprudelt eine Quelle der Kreativität und Aktivität und Schaffenskraft. – Ich tanze, darum bin ich.

Na ja, ich gestehe die Eindimensionalität und manche egoistische Selbstverliebtheit. Aber diesmal ging es nur um die erste Dimension des (Volks-)Tanzes, um die des ICHS.
Beim nächsten Mal bist DU dran.

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